Seit Beginn des Bahnbaus bemühte sich Tettnang stets vergebens um einen Anschluss an das Streckennetz. Von 1887 an wird das Projekt eines Bahnanschlusses nach Meckenbeuren intensiv verfolgt. Aber erst 1894 kommt es zum Vertragsabschluss zwischen der Stadt und der Lokalbahn AG in München über den Bau einer normalspurigen, elektrifizierten Strecke zwischen den beiden Orten, die am 3. Dezember 1895 den fahrplanmäßigen Betrieb aufnimmt. Gleichzeitig wird in Tettnang der elektrische Strom eingeführt, gespeist aus dem Wasserkraftwerk in Brochenzell und einem Dampfkraftwerk in Tettnang. Mit der Inbetriebnahme der Bahn werden in der Stadt 60 Straßenlampen und 400 Lampen in privaten Haushalten eingeschaltet.